Perlen Geschichte

Auf dieser Seite möchen wir Sie über fast 8.000 Jahre Perlengeschichte informieren. Wir haben aus Geschichtsunterlagen einige der bekanntesten Themen ausgewählt und für Sie zusammengestellt. Für das Bildmaterial haben wir nur Bilder genommen, die frei von jeder Lizenz sind bzw. wir haben die Berechtigung erhalten, die Bilder hier zu zeigen. Bei den Texten handelt es sich um geschichtliche Angaben, die frei von Urheberrecht und somit allgemein verfügbar sind. 

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ca. 6.000 - 500 v.Chr.
Einige der frühesten menschlichen Zivilisationen entstanden in "Mesopotamien" im Raum des Persichen Golf, dem Roten Meer und dem Golf von Mannar (Idien). Und dort wurde bei Ausgrabungen in verschiedenen Gräbern, Perlen gefunden, die auf den Zeitraum von 6.000 bis 500 Jahre v.Chr. (also fast 8.000 Jahre  vor unsere Zeitrechnung) zurückgehen. So wurden immer wieder duchbohrte Perlen in der rechten Hand von bestatteten Personen gefunden sowie Perlenketten und Perlengegenstände. Weitere Hinweise auf die frühe Wertschätzung von Perlen fand man auch in Hinweisen auf Schrifttafeln in Keilschrift-  

Man fand z.B. ein Perle in As-Sabiyah (Kuwait) sowie wie eine in Umm al-Quwain die die auf den Zeitraum 6.000-5.000 v.Chr. datiert werden. Eine weitere Perle und Perlanhänger in Jebel al-Buhais die auf die Zeit von 5.200-4.200 v.Chr.  datiert wird. Weitere Perlen die auf den Zeitraum 4.000-1.000 v.Chr. datiert werden, wurden in Oman, Irak, Bahrain, Iran, Kuwait und Palästina entdeckt. All diese Funde zeigen, dass in jeden der damaligen Reiche  (Sumerisch, Akkadisch, Babylonisch und Assyrisch) die Perlen ein fester Bestandteil der Kultur und sehr hoch geschätzt war.

 
Turmbau zu Babel
Bildquelle: Wikipedia.org ok

 

 

 

 

2.206 v.Chr.
In dem chinesischen Geschichtsbuch von Shu King aus dem Jahr 2206 v. Chr. („… erhielt König Yu Perlen als Tribut vom Fluss Hwai …“) werden erstmals Perlen in China erwähnt.
(Das Bild gehört aber nicht in diese Zeit)

 

 

 

 

 

 


Qianlong Emperor in Court Dress

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525 v.Chr. die Eroberung Ägyptens durch Perser
Im Jahre 525 v.Chr. eroberte Kambyses II Ägypten. Dadurch wurde die Perle auch in dem Ägyptischen Raum bekannter. Die Muschelvorkommen im Roten Meer wurden daraufhin für den Perlenfischfang genutzt. Damit verbreitete sich auch die Perlen weiter nach Griechenland und Rom.

 

 


Perser-Reich um 490 v.Chr.
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330 v.Chr. Alexander der Grosse
Durch die Eroberung der Gebiete von der indischen Grenze über Persien bis nach Ägypten gelang auch der Perlschmuck aus den arabischen Gebieten speziell aus dem persichen Golf nach Europa.

 

 


 


Alexander der Grosse
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63 v.Chr. Pompeius erobert das Reich Mithridates VI
Nachdem Pompeius Sizilien und Nordafrika erobert hatte um die Getreideversorgung von Rom zu sichern, griff er das Reich von Mithridates an um an dessen reiche Schätze zu gelangen. Er erbeutete große Schätze von Kronen und Perlen. Zu der damaligen Zeit waren Perlen wertvoller als Gold. Dies stärkte seine Position in Rom gegen seinen Widersacher Julius Cäsar der in Spanien, Gallien und Germanien die Stämme überfiel und versklavte.

 


Karte des Mithridates VI von Pontos

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55 v.Chr. Julius Cäsar Britannienfeldzug
Die Perlvorkommen in Schottland sollen Julius Casär dazu bewogen haben, Britannien zu erobern. Der Sekretär von Kaiser Hadrian, Suetonius schreibt in seiner Geschichte der römischen Kaiser: "...dass die britischen Perlen seinerzeit den "göttlichen Julius zum Englandfeldzug bewogen hatten".


 

Julius Cäsar auf Münze
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30 v.Chr. Augustus blündert Ägypten
Augustus lässt das Vermögen von Agypten nach Rom bringen. Darunter befanden sich auch große Mengen von Perlen.

 

 

 

 

 

 

 


Augustus als Triumphatorius
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300 v.Chr. bis 500 n.Chr. Historiker
In den Aufzeichnun
gen fast aller griechischen und römischen Philosophen, Geographen und Reisenden,  wurden die Perlen erwähnt. Und als wertvoller als Gold bezeichnet. Die Perlenfischerei im Persischen Golf und Golf von Manna wurde sehr ausführlich beschrieben. Auch den regen Handel der Römer die ab ca. 27 v.Chr. bis fast 500 n.Chr. die Küsten bis Indien anliefen um Perlen zu erwerben.

 

 
   

500 n.Chr. Übergang Antike zum Mittelalter 
In der Zeit von Kaiser Justinia (482-14.11.565  regiert ab 1.8.527) wurde das Oströmische weiter ausgedehnt und einige Teile des Weströmischen (ursprünglichen) Reiches wurden zurück erobert. Unter Justinia endstand das Byzantinisch Reich (Constantinople). In seiner Regierungszeit entstand die Basis für alle späteren Kaiser und das Christliche Abendland. Seine Krone die aus einem Großteil mit Perlen bestand, war auch die Basis für spätere Kronen wie z.B. die Reichskrone, die eigentlich auf byzantinische Arbeit zurück geführt werden kann. In dieser Zeit fanden Perlen auch Einzug in die Christliche Kirche wie z.B. Kreuze die mit Perlen bestückt waren.

 

 

 


Justinian I., Mosaik Kirche in Ravenna
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700-1400 Perlen in der Christlichen Kirche:
Im Mittelalter hat die Perle auch einzug in die christlichen Kirchen gehalten. Perlen wurden bereits in der Bibel und besonders im Neuen Testament erwähnt. Und weil Kirchenfürsten auch gleichzeitg über sehr viel Macht und Land verfügten, wollten sie teilweise auch nicht hinter den weltlichen Fürsten zurückstecken. So wurden Perlen von vielen Sakralgegenständen wie Kreuze und Weihbecher eingearbeitet. Kleidung wurde mit Perlen bestückt. Und die Symbole der Macht wie die Mitra von Bischöfen oder die Tiara von Päpsten wurden mit Perlen geschmückt.

Auf dem linke Bild sehen sie eine Bischofs-Mitra mit einer sehr schöner Perlenarbeit.   
 


Frauenfelder Bischofs Mitra
Bildquelle:© Historisches Museum Kanton Thurgau, www.historisches-museum.tg.ch.

976-1345 Perlen in der Christlichen Kirche
Perlen wurden nicht nur in den Symbolen der Macht, d.h. in Kronen verarbeitet, sondern auch in Sakralen Gegenständen wie z.B. in dem Altar im Markusdom zu Venedig. Dieser Altar wurde fast über 400 jahrelang stetig erweitert und mit über 500 Perlen geschmückt.

 


 


Pala d'Oro - Marcusdom/Venedig
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Foto-Lizenz: Gemeinfrei

Marcus-Dom1507 Eroberung des persischen Golfes
Im Jahre 1507 eroberten die Portugiesen unter Führung von
Alfonso de Albuquerque die Hafenstadt Muscat im Golf von Oman und danach die Strasse von Hormuz. Dabei richteten die Portugiesen ein Blutbad an und brachten alle Zivilisten (selbst Kinder) um. Diese beiden Plätze ware strategisch wichtig um die Kontrolle über die Perlenvorkommen im Persischen Golf zu erlangen. Danach wurden weitere Befestigungen eingenommen wie z.B. 1521  Bahrain und El-Katif. Die Besatz dauerte bis 1622.

 

 

 

 

 

 


Die Strasse von Hormuz
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1498: Entdeckung Amerika
Christoph Kolumbus auf seiner dritten Amerika Reise im Jahre 1498 erreichte das Festland von Südamerikas (Columbien + Venezuela), nachdem er 1492 auf seiner ersten Reise nach Westen um Indien zu erreichen, die Inseln von Bermuda endeckt hatte.  In einem Indianerdorf am Golf von Paria (Venezuela) fand er Perlen, die er eintauschte. Auf seinem Rückweg nach der gegründeten Kolonie "Hispaniola" entdeckte er zwei Inseln, die er im Namen der spanischen Krone unter dem Namen "Isla Cubagua" und "Isla Margarita" in besitz nahm. In diesem  Gebiete wurde später große Perlenvorkommen gefunden, die von der Muschel "Pinctada imbricata" stammten.

Kolumbus erwähnte den Perlenfund nicht in seinem Bericht an den spanischen König, dadurch fiel er später in "ungnade", da der Perlenfund dem Königshaus bekannt wurde, weil  Mannschaftsmitglieder die Perlen in Spanien verkauften. Durch die Gier des Königshauses nach Perlen, wurden nun andere beauftrag nach Perlen zu suchen und für das Königshaus zu erbeuten. Dies war der Beginn der Ausbeutung der Muschelbeständen und der Versklavung der Indianer, die fast die völlige Ausrottung der Muschel und Indianer zur Folge hatte.    

Diese Muschel "Pinctada imbricata" ist in der ganzen Karibik verbreitet gewesen. Durch die intensive Ausbeute der natürlichen Muschelbestände  ist die Muschel fast komplett ausgestorben.


Christoph Kolumbus landet in der neuen Welt
Bildquelle: Library of Congress
 Copyright by L. Prang & Co., Boston

 

 

 

 

 

 

 

1513 Vasco Núñez de Balboa erobert Zentralamerika:
Der Eroberer (Conquistado) Vasco Núñez de Balboa startete einen weiteren Raubzug in Mittelamerika nach Gold und Perlen. Er folgte der Spur der Perlen und überquerte den Isthmus von Panama. Die dortigen Indianer zeigen ihnen den Weg zum Pazific, wo es wesentlich mehr und größere Perlen geben würde.

Damit wurde die zweite bedeutende Perlmuschel "Pinctada mazatlanica" entdeckt, die auch unter dem Namen: „La-Paz-Perlmuschel“ bezeichnet wird. Das Verbreitungsgebiet dieser ostpazifischen Muschelart erstreckt sich von der Westküste Mexicos (Baja California) bis nach Peru. Sie kann eine Größe von über 20 cm erreichen. Natürliche Perlen können über 10 mm groß sein. Neben weißen Perlen gibt es auch auch dunkelfarbige Perlen.

 

 

 

 


 


Vasco Núñez entdeckt den Pazifik 1513
Bildquelle: Library of Congress
Copyright 1893 by Gebbie & Co.

1536: Hernando Cortés
Der Conquistador Hernando Cortés eroberte ein Jahrzehnt später das heutige Mexiko und erreichte im Jahre im Jahre 1536 die Halbinsel Kalifornien. Der Golf von Kalifornien wird noch heute als Cortes-See bzw. "Sea of Cortez" bezeichnet. Von dort kamen enorme Perlenmengen.

Laut dem Historiker Donkin betrug das abgeführte "königliche Fünftel" der Perleninsel Cubagua zwischen den Jahren 1513 und 1540 ca. 2.375 kg. Die angebliche Gesamtproduktion wäre folglich 11.875 kg gewesen. Dies entspräche in etwa 100 Mio. typischer Naturperlen.

Die Eroberung von Mittelamerika durch die Spanier und teilweise auch der Portugiesen führte dazu, dass die Indianer verskalvt wurden und entweder in den Gold- und Silberbergwerken oder als Perltaucher arbeiten mussten. Dabei wurde keine Rücksicht auf Menschenleben genommen und die Muschelbestände rücksichtlos vernichtet, damit in Spanien der Adel Perlen tragen konnte.


Diego Rivera - Mural: Die Ankunft von Hernando Cortés, im Nationalmuseum von Mexico
Bildquelle: Bluffton.edu ok

 

 

1554 La Perregrina:
Der spanische König Philip II. überreichte die wohl berühmteste tropfenförmige (halbbarocke) Perle aller Zeiten, "La Peregrina" seiner Braut, Maria Tudor königin von England als Hochzeitsgeschenk. Sie wurde nahe der Insel Isla de Margarita gefunden, die vormals von Kolumbus entdeckt und von ihm den Namen erhalten hatte.

Den Name erhielt die Perle dadurch, weil ihre Form derart perfekt ist, dass sie bei der kleinsten Neigung der Fläche auf der sie liegt, sofort herunter rollte. Daher auch der Name "La Peregrina", die «Reisende/Pilgerin» bedeutet.

 

 

 

 


König Philipp II. von Spanien und Maria Tudor Königin von England
Bildquelle: Wikipedia ok

16.Jahrhundert Ausbeutung der Kolonien:
in der zweiten Hälfte des 16.Jahrhundert wurden die Kolonien in Amerika hauptsächlich durch die Spanier ausgebeuet und alles Gold und Silber sowie Perlen nach Europa geschafft. Dies führte dazu, dass an den europäischen Höfen die Damen sich mit Perlen überluden.

Weitere Information und Bilder zu Elisabeth I von England finden Sie unter: Luminarium.org, wählen Sie dort die 3 verschieden Bildergalerien aus.

 

 


Elisabeth I
(∗ 7.9.1533 † 24.3.1603)
Bildquelle: Wikipedia.org ok
   
   

1761 erste Zuchtperle:
der Schwede Carl von Linné züchtete im Jahre 1761 seine erste freie Perle. Er bohrte ein Loch in die Süsswasser-Muschel und hängte an einem Silberdraht ein Stück Kalkstein der frei in der Muschel hing. Die Muschel hat diesen anschliessend vollständig mit Perlmutt ummantelte. Dies war die erste bekannte Form, die unserem heutigen Perlenzuchtverfahren ähnelt.

Linne versuchte von dem Königshaus bzw. Regierung finanzielle Unterstützung zu bekommen um weiter an dieser Zuchtorm zu arbeiten. Nachdem er keine Unterstützung bekam, hat er sein Patent an den deuschen Kaufmann Peter Bagge aus Göteborg für angeblich 6000 Taler verkauf. Dieser bekam1762  die alleinige Erlaubnis Perlen auf nach dem Patent züchten zu dürfen, aber er verstarb bevor er mit der Perlenzucht anfangen konnte.

 

 


Carl von Linne
Bildquelle: + Fotolizenz:
Nationalmuseum - Schweden
   

19.Jahrhundert Indien:
Durch das reiche Vorkommen von Perlmuscheln im Golv von Manna war in Indien die Perle seitjeher ein begertes Schmuckstück. Meist war es den Maharaja vorbehalten. Bereits in sehr alten Bildern und Geschichten wird auf Perlen in Indien hingewiesen und in allen Kulturen und Religionen wird darauf hingewiesen. 

 

 

 

 

                 


Maharaja Bhupendra Singh of Patiala
Bildquelle: Wikipedia.org ok

19.Jahrhundert Russland:
Mitte des 18.Jahrhunderts bis weit in das 19.Jahrhundert war die Perlenfischerei im Norden von Russland (von Finnland, Baltikum bis zur Kola-Halbinsel) ein wichtiger Wirtschaftszweig. Die Perlenstickerei für Kleidungen war sehr bekannt. Durch die rigorose Ausbeutung der Muschelbestände und der Wasserverschmutzung sind fast überall die Bestände vernichtet worden. 

 

 

 

 


Prinzessin Zinaida Yusupova
Bildquelle: Wikipedia ok

19.Jahrhundert Europa:
In Europa waren die Perlmuschelvorkommen (margaritifera) von Frankreich bis nach Russland und in Britannien (hauptsächlich Schottland) sowie Skandinavien vorhanden. Bereits im 12.Jahrhundert wurde für die immer größere Nachfrage von Adligen und "Kirchenfürsten" die Bestände sehr stark ausgebeutet. Zu beginn des 19.Jahrhunderts (1800-1860) wurden alleine in Bayern über 150.000 Perlen gefischt. Bedenkt man, dass bei der europäische Perlmuschel nur all 2 bis 4 tausend Muschel eine Perle zu finden ist und die Muschel über 25 Jahre benötigt um eine Perle von ca. 4 mm zu produzieren und eine über 6 mm sogar über 40 Jahre, dann kann man sich vorstellen welche riesigen Mengen von Muschel gefischt werden mussten um eine Perlenkette mit runden Perlen zu gewinnen. Und nur jede tausende Perle auch rund ist. Die rigorose Ausbeutung der Muschelbestände in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts und die einsetzende Verschmutzung der Flüsse hat dazu geführt, dass in vielen Gebieten die Muschel heute ausgestorben ist und nur noch an wenigen Stellen einige tausend Muscheln vorhanden sind.       

 


Kette aus bayerischen Flussperlen
Bildquelle: Wikipedia ok

 

 

 

 

1845 Tahiti:
kam die Bedeutung der Tahiti-Perle erst in Europa an und zwar durch Kaiserin Eugenie, Ehefrau Napoleons III.die sie berühmt machte.

Nach den ersten Aufzeichnungen wurde Polynesien von Ferdinand Magellan 1521 entdeckt. Im 18.Jahrhundert kamen dann Spanier, Engländer, Holländer und Franzosen und haben verschiedene Inseln für ihr Land besetzt. 

Ab 1961 nachdem Algerien unabhängig wurde, hat Frankreich auf dem Moruroa Atoll 41 oberirdische und ab 1975-1996 154 unterirdische Atombombentest durchgeführt im Herzen des Paradies, wie die Engländer eine Insel benannten.


 

 


Alessaandro Allori: "Pescatori di Perle" 1570-1572
Bildquelle: Wikemedia Commons ok

1863 Pacific Pearl Company:
Am 18.Nov.1863 wurde die Pacific Pearl Company gegründet, die im Pacific vor Mittelamerika, speziell vor Panama und dem Golf von Kalifornien die Perlmuschelbestände ausbeuten sollte.

Am 31.Mai 1866 unternahme das von dem Deutschen Koehler konstruierte erste Uboot "Sub Marine Explorer " seine erste Probefahrt. Dieses UBoot hatte am Boden Austiegsluken für Taucher um Muschel zu sammeln. Die Besatz starb vermutliche an der Taucherkrankheit, die damal noch nicht bekannt war und durch den hohen Druck der Stickstoff im Blut sich löst und das Blut zu schäumen anfängt. 


Aktie von Pacific Pearl Company
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1890 erste Perlenzucht:
Der Kommissar für Fischerei in Queensland William Saville Kent,
begann mit der ersten Zuchtperlfarm in Australiens in der Albany Passage auch "Torres Strait" genannt, in der Nähe von „Thursday Island“. Er benutze am Anfang die von den Chinesen angewannt Methode zur Produktion von Buddha-Bildern, für Halbperlenzucht. Im Jahre 1890 war er erfolgreich mit der Zucht von runden Perlen.
 

 

 

 

 

 

 


William Saville Kent
(∗ 10.7.1845 † 11.10.1908)
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1907 Mise-Nishikawa:
Die beiden Japaner
: Tatsuhei Mise ein Zimmermann ohne Ausbildung in der Perlenzucht und Dr. Tokichi Nishikawa ein junger Absolvent von der Universität von Tokio, liesen sich die Zucht von "freistehenden" Perlen patentieren. Diese Zuchtform wird auch heute noch angewendet unter dem Namen: "Mise/Nishikawa"-Methode.

 

kein frei verfügbareres Bild vorhanden

 

 

1910 Prof. Friedrich Alverdes:
Er konnte nachweisen, dass Perlen durch die Verlagerung von Epithelzellen in das Bindegewebe des Mantels der Muschel entstehen. Er unternahm im Jahre 1913 erste Versuche um Perlen zu züchten. Musste seine Versuche einstellen, nachdem er 1914 zum Kriegsdienst einberufen wurde. Einige Magazine haben den Gedanken aufgegriffen, ob nicht die moderne Perlenzucht eigentlich in Deutschland erfunden wurde.

 

Prof. Alverdes promovierte an der Universität in Marburg (daher das Bild der alten Universität von Marburg, weil sonst kein frei verfügbares Bild von Prof.F.Alverdes vorhanden ist).


Universität von Marburg
Bildquelle: Wikipedia.org ok

 

1916 Kokichi Mikimoto:
konnte nach langjährigen Forschungen seine erste freie Perlen in der Auster: " Pinctade martenssi" züchten. Er verwendete dazu die "Mise/Nishikawa"-Methode, wo er auch später die Rechte an dem Patent erwarb. 

Im Gegensatz zu Nishikawa, der einen Gold- oder Silberkern verwendete, Hat Mikimoto mit anderen Materialien geforscht und er fand heraus, dass sich am besten ein Kern aus polierten runden Muschelkschalen einer Süßwassermuschel aus dem Mississippi-Fluß dazu eignete. Diese Muschel mit dem Namen "Pigtoe" der Gattung "Unionidae" kommt hauptsächlichen in Tennessee vor und kann eine Größe bis zu 3,5Kg erreichen. Die Muschelschalen wurden von Tauchern gesammelt, gereinigt und nach Japan verschickt und dort zu Muschelkernperlen als Implantat geformt. Dieses Verfahren wurde über die nächsten 90 Jahre angewendet 

 


Kokichi Mikimoto bei der Arbeit
Bildquelle: Wikipedia


 

 

1934 Die größte Perle der Welt:
Die größte Perle wurde 7.Mai 1934 von einem Taucher auf Brooke's Point  in der Provinz Palawan auf den Philippinen entdeckt. Sie wiegt 6.37 kg und ist 23,8 cm lang. Der Wert wird auf ca. 40-60 Millionen US$ geschätzt. Diese Perle war zusammen mit einer zweiten flachen (Button/Mape) die angewachsene Perle in einer Riesenmuschel aus der Familie der Tridacnidae Die große Perle erhielt den Namen: "Allahs Perle" von dem muslemischen "Bürgermeister" des Ortes, weil die Form einem Turban entspricht und die zweite erhielt den Namen "Perle des Elias" . Die Perle selbst ist sehr schlicht, da diese Riesenmuscheln kein Perlmutt erzeugen.

Eine Reihe von Legenden haben sich schnell um die Perle gebildet:

Die Geschichte des Fundes ist bereits eine Legende und zwar sollen Philippinische Taucher einen anderen toten Taucher eingeklemmt in einer Riesenmuschel gefunden habe. Diese Riesenmuscheln können eine Größe von mehr als einem Meer haben und wenn man in die Öffnung tritt, schließt sich die Muschel und man ist gefangen. Jedenfalls wurde der Taucher mit samt der Muschel geborgen und als man die Muschel im Dorf öffnete um den toten Taucher zu befreien, entdeckte man die Perlen.

Als der Amerikaner Wilburn Cobb von der Muschel erfuhr, reiste er dorthin um die Perle zu erwerben. Aber der "Bürgermeister" der die Perle besitzte, wollte die Perlen nicht verkaufen, da sie Allah geweiht sei. Aber zufällig war der Sohn des "Bürgermeisters" an Malaria erkrannt und Cobb konnte mit den vorsorglich mitgebrachten Medikamenten den Sohn heilen. Daraufhin bekam er als Dank die Perle geschenkt. Cobb verstarb 1979 und die Perle ging in den Besitz von: Joe Bonicelli, Peter Hoffman und Victor Barbish in gleichen Teilen über. Von denen dreien will jeder die Perle für sich haben und es gibt auch einigen Streit und  Gerichtsverhandlungen darüber. 

Nachdem die Perle bekannt wurde, haben Chinesen eine andere Legende von der Perle veröffentlicht und sie nennen sie: die "Perle des Lao Tse".  Angeblich soll der "Fremdkörper der die Muschel zur Perlenproduktion anregte,  aus einem Amulett aus Jade stammen, das ein Schüler des Philosophen Lao Tse im 6. Jahrhundert v. Chr. in eine Muschel gelegt hatte, auf dass sie ein Perle daraus bilde. Die Muschel tat, wie ihr gehießen und ummantelte das Amulett mit Muschelkalk. Als die Perle zu groß wurde, verpflanzte man sie in eine größere Muschel - und so immerfort, 2.500 Jahre lang. Weil Menschen diese Perle begerten, wurden Kriege darum geführt. Um sie zu schützen, wurde die Muschel weit weg transportierte und in einem Sturm soll die Muschel samt Perle in der Nähe der Philippinen verlohren gegangen sein.

 


Die Perle Allahs
Bildquelle: Wikiphilipinas

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1949 Deportation Mikimoto's Perlenzucht nach Australien
als Reparationsforderungen haben die Aliierten nach dem 2.Weltkrieg bestimmt, dass die komplette Perlenzucht von Mikimoto an Australien als Reparation übergeben werden musste. 16 Schiffe haben im Sommer 1949 das Lebenswerk von Mikimoto nach Australien deportiert.

 

 

 

 

 


 

Bildquelle: Wikipedia,org
Fotolizenz: CC gemeinfrei

2010 Umwelt schützen:
Im Jahre 2010 hat die Philippoinische Regierung neue Geldscheine (Pesos) ausgegeben. Auf dem 1.000 Peso-Schein (ca. 20 Euro) ist ein Riff und eine Muschel mit einer Perle abgebildet. Dies soll daran erinnern, dass die letzen Riffe geschützt werden sollen und man die Bevölkerung darauf aufmerksam machen will, wie wertvoll eine intakte Unterwasserwelt ist. 

 

 

1.000 Peso Note der Philippinen 2010
Bildquelle: Wikipedia.org ok

20. Jahrhundert: Coco Chanel
Schon in den 20ern hat Coco Chanel die Perlenkette zum unverzichtbaren Accessoires gemacht und selbst immer und überall Perlen getragen. In den 40er Jahren erneuerte die Pariser Modeschöpferin die Perlenkette, indem sie sie dreireihig mit anderem Geschmeide kombinierte. In den 50ern wurde sie kurz und einreihig getragen, von Schauspielerinnen wie Audrey Hepburn, Grace Kelly oder Sophia Loren. In den 80ern löste die verstorbene Prinzessin Diana mit ihrer Art, Perlen in mehreren Reihen um den Hals zu schlingen, eine neue Welle aus.

 

 


Coco Chanel (∗ 19.8.1883 † 10.1.1971)
Bildquelle: Public Domain

Perlen History
Eine kleine visualle Reise der Geschichte der Perlen können Sie auch über YouTube ansehen. Klicken Sie das Bild an und danach auf den Pfeil im Bild, danach beginnt das Video.

 

 

 


 

Pearl History on YouTube 9,52Min.

   
   

Quellennachweis:

Wikipedia.org: die Texte wurden sinngemäß verkürzt hier wiedergegeben. Bilder wurden nur verwendet, sofern diese als "Lizenzfrei" gekennzeichnet waren. Die Lizenzbedingungen sind unter jedem Bild als Link zu Wikipedia hinterlegt und sind durch anklicken ersichtlich.  

The Book of the Pearl: Its History, Art, Science, and Industry von George Frederick Kunz,Charles Hugh Stevenson

Cubagua's Pearl-Oyster Beds: The First Depletion of a Natural Resource Caused by Europeans in the American Continent von Aldemaro Romero, Susanna Chilbert, & M.G. Eisenhar

Pearls von Elisabeth Strack (Rühle-Diebener-Verlag)

 

Literaturhinweis:

The Pearl Oyster herausgegeben von Paul Southgate, John Lucas