Perlen Mythologie

Alle großen Zivilisationen des Ostens geben der Perle eine überirdische Bedeutung so sollte man meinen. Aber vielmehr wird die Perle als Symbole in allen Kulturen seit jeher erwähnt und dies auf allen Kontinenten. So findet man in den Überlieferungen nicht nur im Nahen- und Fernen-Osten die Perlen sondern auch in Süd- und Nordamerika bei den präkolumbianisch Kulturen, in Afrika und auch in Europa und selbst im Pazifikraum mit seiner unzähligen Inselwelt. In allen Religionen wird die Perle erwähnt und als Symbol verwendet und unabhängig von Kontinent, Kultur und Zeit. Für die Herkunft der Perle wird eine ähnliche Legende verwendet, die besagt, dass die Perle ursprünglich von Götterm zur Erde gebracht wurde, da nichts vegleichbares auf Erden zu finden war und somit die Perle nur einen göttlichen Ursprung haben konnte.

Wir wissen natürlich nicht welche der Überlieferungen nun Mythologie, Legende oder tatsäche Begebenheiten sind. deshalb haben wir einige Beispiele aus der Literatur der ganzen Welt zusammengestellt, die wir gefunden haben. Sie werden die eine oder andere Geschichte bereits in ähnlicher oder abgewandelter Form auf anderen Seiten im Internet gefunden haben. Ähnlichkeiten mit anderen Informationsquellen können vorhanden sein, da es sich ja immer um die gleiche Überlieferung handelt. Dies zeigt, dass bei Überlieferungen immer Skepsis angebracht ist, da jeder eine andere Auslegung wählt, sofern keine eindeutige Basis vorhanden ist. Wir behaupten auch nicht, dass die von uns hier gemachten Angaben vollständig und wahrheitsgemäß sind. Wir haben jedoch versucht aus der Vielzahl der unterschiedlichen Informationen das aus unserer Sicht dem Ursprung am nächstliegende zu verwenden.  Einige der Bilder haben wir von anderen Seiten übernommen und verweisen auf den Ursprung, wir danke für die Möglichkeit diese hier zu zeigen.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei dem Ausflug in der Perlen-Mythologie der Menschheitsgeschicht:

  

Kleopatra ( 10.69 bc - 30 bc)

Ob die nachfolgende Überlieferung so stattgefunden hat ist nicht verbürgt. Von dem römischen Geschichtsschreiber Pinius dem Älteren wird sie in seinem Buch "Natural History" so festgehalten.

Es ging um eine Wette zwischen Kleopatra und ihrem dritten Ehepartner (32 - 30 bc) Markus Antonius, wer von ihnen das teuerste Bankett ausrichten konnte, das es jemals gegeben hätte.

Als bei dem Bankett nichts außer einer Schale Essig für Kleopatra serviert wurde, wunderte sich Markus Antonius, wie sie wohl diese Wette gewinnen wollte.  Daraufhin nahm Kleopatra einen ihrer Perlenohrringe ab (laut Plinius im Werte von 10 Millionen Sesterzen, dem Gegenwert von Tausenden Pfunden Gold) "… mersit ac liquefactum absorbuit": "Sie ließ die Perle in die Flüssigkeit fallen und trank sie in gelöster Form". Damit gewann Kleopatra die Wette.

Manche Historiker bezweifeln diese Geschichte, da eine Perle sich angeblich nicht in Essig so schnell auflösen könnte. Neuere Untersuchungen haben aber ergeben, dass es auf den Säuregehalt im Essig ankommt. Ist er zu gering löst sich die Perle nicht auf, ist sie zu hoch, kann man den Essig nicht trinken. Und genau das ist der Trick dabei, nämlich bei einer 5%igen Säurelösung löst sich eine Perle schon in 3 Minuten auf, bei einer 25%igen jedoch erst in 35 Minuten und in einer reinen Essigsäurelösung löst sich die Perle überhaupt  nicht auf. D.h. die Essigsäure kann ihre korrosive Kraft nur in einer Wasserlösung entfalten (dissoziieren). Also damit hätte Kleopatra die Wette auch wissenschaftlich nachgewiesen, gewinnen können.


Gott Osiris und Isis überreichen Geschenk an den Pharao
Bildquelle: eigen

 

 

 

 

 

Indien

indische Sagen führen den Ursprung der Perle auf die Wolken zurück. Dort, wo sie das Wasser berühren, seien Perlen als erstarrte Regentropfen zur Tiefe geglitten. Einige von ihnen, bläulich schimmernd und von überwältigendem Glanz, seien in den Köpfen von Schlangen gewachsen. Magische Kraft entströme ihnen und dem der sie trägt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


8 Maharaja Vijay Singh in seinem Harem

Bildquelle: Wikimedia.org ok

Gott Krishna

tauchte ins Meer, um dort ein Hochzeitsgeschenk für seine Tochter zu suchen. Als schönstes fand er eine Perle.

 


 

 

 

 


Krishna und Radha
Bildquelle: Wikimedia.org ok

Hinduismus

verehrten die Hindus die Perle als Geschenk des Gottes Vishnu

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 


 Vishnu mit Perlenkette
Bildquelle: Wikimedia.org ok

Naher Osten - Persien

Schon vor 4300 Jahren trugen Könige im persischen Susa Perlenschmuck (der älteste, der bisher gefunden wurde) oder flochten sich einzelne Perlen in ihre Bärte.

Bei den Medern und Persern waren besonders nach dem Sieg über Krösus Armringe und Halsbänder von Perlen, an welchen sie reich waren, ein so beliebter Schmuck, dass sie diesen – wie Chares bezeugt – höher schätzten als goldenes Geschmeide.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Abbas Mirza Qajar

Bildquelle: Wikimedia.org
Foto-Lizenz: ©
The Georgian National Museum 

Islam

Das heilige Buch des Islam, der Koran beschreibt das Paradies wie mit Perlen und Steinen von Hyazinth und Obstbäumen mit Perlen und Smaragden. Jeder glückliche Muslim wird im Paradis ein Zelt mit Perlen, Hyazinthen und Smaragden bekommen. Und mit Perlen von unvergleichbarem Glanz gekrönt werden. Und schöne Jungfrauen werden ihn besuchen.

 

 

 

 

 

 

Koran
Bildquelle: eigen

China

im ältesten Geschichtsbuch Chinas wird 2.500 v.Chr. erwähnt, dass der König des Reiches eine kostbare Perle als Geschenk erhielt.

Im Kaiserreich China wurde den chinesischen Kaisern bei deren Ableben eine große Perle in den Mund gelegt.

Und ein chinesischer Autor notierte im Jahr 2206 v. Chr., dass ein König Flussperlen als Tribut empfing.

 

? Text muss noch bearbeitet werden ?

 

 

http://jeannedepompadour.blogspot.de/2012/08/chinese-empressesconsorts-and.html

 

 

 


Kublais zweite Hauptfrau Chabi.

Bildquelle: Wikimedia.org
Fotolizenz: © National Palace Museum, TW

Buddhismus

Im Buddhismus gehört die alle Wünsche erfüllende Perle zu den acht kostbarsten Dingen

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 


Buddha Vairochana

Bildquelle: Wikimedia.org ok

Polynesien

Selbst in der abgeschiedenen Welt von Polinesien (Hawaii bis Neuseeland) hat sich eine eigene Mythologie entwickelt. Besonders auf Tahiti entstand die folgende Legende:

Tane, der Schöpfer der Welt und Gott der Schönheit, in den Perlen das Licht in die Welt gebracht hat und er nach ihrem Abbild die Sterne erschuf. Danach gab er diese an Rua Hatu weiter, den Gott des Meeres. Er erhellte mit der Tahitiperle den Ozean.

Oro der Gott des Krieges und in Friedenszeiten der Gott der Künste, wohnte mit seiner Schwestern Teouri und Oaaoa auf den Berg Pahia auf der Insel Bora Bora. Er suchte nach einer geeigneten Frau auf den verschiedenen Inseln, fand aber keine. Er bat deshab seine Schwestern ihn bei der Such zu unterstützen. Bei ihrer Suche fanden die Schwestern das Dorf Vaitape auf Bora Bora. Dort sahen sie eine wunderschöne junge Frau mit Namen Vairaumati. Sie berichteten Oro von ihrer Begegnung. Daraufhin stieg Oro als junger Krieger über einen Regenbogen zur Erde nieder und, traf  Vairaumati. Beide fanden Gefallen an einander. Oro überreichte eine pfauengrüne und eine barocke Tahitiperle an Vairaumati als Geschenk. Seit dieser Zeit stieg Oro jeden Morgen zur Erde herab, um Vairaumati zu treffen und kehrte am Abend auf den Pahia zurück. Nach einiger Zeit gebar sie einen Sohn, der ein mächtiger Häuptling wurde. Daraufhin erhob Vairaumati zur Göttin und nahm sie mit in den Pahia. Die Perlen blieben auf der Erde wo sie seither in den Lagunen für die Menschen wachsen.

 

Ia Orana Maria Aka Hail Mary von Paul Gauguin
Bildquelle: eigen

 

Römer

die Römer weihten die Perlen der Liebesgöttin Venus.

Julius Caesar (100 - 44 v. Chr.) selbst liebe Perlen. Der römische Biograph Caius Suetonius (ca.69 -ca.140 n. Chr.) erwähnt eine Perle, welche Caesar seiner Geliebten Servilia (Mutter von Brutus) verehrte. Ihr Wert wurde auf ca. 6 Mio. Sesterzen geschätzt. Während der Herrschaft des Kaisers Julius Caesar wurde ein Gesetz erlassen, welches den Damen aus unteren gesellschaftlichen Stufen das Tragen von Perlen untersagte.

Der Römische Kaiser Caligula (12-41 n.Chr.) ernannte sein Lieblingspferd Incitatus zum Senator und schmückte es mit Perlen. Dies tat er um den von ihm verachteten Senat zu brüskieren und war nur eine von vielen Aktionen die ihn zum Schluß auch das Leben kostete. Seine dritte Ehefrau Lollia Paulina war fanatisch nach Perlen. Der Geschichtsschreiber Plinius der Ältere erwähnt eine Geschichte bei der Lollia Paulina bei einem unbedeutenden Anlass sich mit Perlen und Edelsteinen schmückte, die einen Wert von 40 Millionen Sesterzen hatten. Angeblich soll sie sogar die Belege von dem Kauf als Beweis für den Wert mit sich geführt haben.

Kaiser Nero (37-68 n. Chr.) soll für Beliebtheit bei öffentlichen Auftritten gesorgt haben, indem er Perlen unter die Zuschauer warf. Ebenso liess er Perlenmasken für das kaiserliche Theater schaffen. Auch seine Möbelstücke waren reich mit Perlen verziert.

Die Beliebtheit der Perle stieg ins unermessliche; jedes Mädchen und jede Frau wollte sich mit der Schönheit der Perle zieren. Tertullian soll gerufen haben: „Eine Million Sesterzen sind auf eine einfache Perlenschnur gereiht, ganze Wälder und Inseln trägt ein schwacher Nacken; in zarten Ohrläppchen hängt ein schweres Zinsenbuch und jeder Finger hat seinen Schatz, mit dem er tändelt. So hoch ist die Eitelkeit gestiegen, dass ein einziges Weib all ihr Hab und Gut am Leibe trägt.“

Der römische Dramatiker und Dichter Lucius Annaeus Seneca (4 v. Chr. - 65 n. Chr.) war sichtlich empört über die damalige Damenwelt als er schrieb: "Ich sehe Perlen. Eine Perle für jedes Ohr? Nein! Die Ohrläppchen unserer Damen haben offenbar die besondere Eigenschaft entwickelt, eine Vielzahl auf einmal zu tragen. Zwei Perlen nebeneinander mit einer Dritten darüber baumelnd, bilden nun einen Ohrring. Diese Verrückten scheinen offenbar zu glauben, daß ihre Ehemänner nur dann genügend gequält worden sind, wenn sie den Wert einer Erbschaft in jedem Ohr tragen!"


Die Dekadenz der Römer von Thomas Couture 1847
Bildquelle: Wikimedia Commons
Fotolizenz: CC BY SA 3.0
Genehmigt: "Musée d'Orsay, Paris" (Inv: 3451)

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Griechen

Die Griechen weihten die Perlen ihrer Liebesgöttin Aphrodite, genauso wie später die Römer der Venus.

Die älteren griechischen Schriftsteller sprechen nicht von den Perlen; der erste, bei dem sie vorkommen, war Theophrast, ein Schüler des Aristoteles. In seinem Buch über die Steine schreibt er, dass kostbare Halsbänder aus Perlen gemacht würden.

 

 

 

 

 

 


Aphrodite + Adonis/Louvre_MNB2109
© Wikimedia Commons
Foto-Lizenz: gemeinfrei

 

Mittelalter und Christentum

Im christlichen Mittelalter steht die Perle als Sinnbild für die Liebe Gottes, und die Weisen sagen, dass Perlen ihren Träger rechtzeitig vor bevorstehendem Unglück oder vor Krankheit warnen, indem sie ihren Glanz verlieren.

 

 

 

 

 

 

 


Mosaik der Jungfrau Maria und Jesus Christus und anderen Heiligen in der Kirche Hagia Sofia, Istanbul, Türkei
Fotolizenz: iStock-688206412

Bibel - Tor zum Himmel

Die Himmelspforte ist eine bildliche Bezeichnung für das Tor zum Himmel nach einigen christlichen Konfessionen. Es wird durch die Beschreibung des neuen Testaments in der Offenbarung des Johannes 21.21 inspiriert: "und die 12 Tore waren zwölf Perlen ; jedes Tor war aus einer einzigen Perle , und die Straßen der Stadt waren aus burem Gold als wenn transparentem Glas sei" .

Das Bild von den Toren in der populären Kultur ist eine Reihe von großen, weißen oder schmiedeeiserne Tor in den Wolken, von St. Peter/Petrus (der Hüter des "Schlüssel zum Königreich") bewacht. Diejenigen, die nicht passen, um in den Himmel zu kommen wird der Zutritt am Eingang des Tores verweigert und sie müssen absteigen in die Hölle.

 


Bibel - Neues Testament
Bildquelle: eigen ok

 

Bibel - Gleichnis Himmel und Perle

in einem Gleichnis des Neuen Testaments:  Jesus verglich das Himmelreich mit einer "kostbare Perle" in Matthäus 13: 45-46 . " Auch hier ist das Himmelsreich gleich einem Kaufmann, der gute (Fein-) Perlen : . Wer, wenn er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles was er hatte und kaufte sie ".

Hier wird das Himmelsreich Gottes im Vergleich zu einer Perle gesetzt, was so viel bedeutet, dass eine Perle das wertvollste auf Erden zu dieser Zeit war. 

 

 

Bibel - Perle vor die Säue werfen

im Neuen Testament in Matthäus 7, Vers 6 steht die Aussage von Jesus: "Ihr sollt das Heilige nicht den Hunden geben, und eure Perlen sollt ihr nicht vor die Säue werfen, damit die sie nicht zertreten mit ihren Füßen und sich umwenden und euch zerreißen"

Jesus meint damit, dass bei manchen Menschen ein solcher Zustand der Unempfänglichkeit gegenüber allem Göttlichen eingetreten sein kann, dass ein solches Herz so beziehungslos zum Evangelium steht wie das Schwein zur Perle und der Hund zum Heiligtum. Wobei auch hier die Perle als wertvollstes angesehen wird, was zu dieser Zeit vorhanden war

Perlen entsprechen dem menschlichen Schönheitsideal. Man verbindet sie mit Reinheit, Glück, Reichtum und Schönheit. Selbst in unsere heutigen Sprache hat die Perle immer noch den Status der Kostbarkeit: Wir wollen keine "Perlen vor die Säue" werfen!

 

 

 

 

Pieter Bruegel der Ältere (1526/1530–1569
Bildquelle: wikipedia.org ok

Perlen bedeuten Tränen?

Woher aber kommt der immer wieder zitierte Satz?
Hier handelt es sich um eine irreführende neuzeitliche Interpretation. Da in früheren Zeiten nicht wusste wie Perlen entstehen, bildeten sich zahlreiche Legenden. So glaubte man beispielsweise, Perlen seien in den Ozean gefallene Tränen der Götter und ein kostbares Geschenk an die Menschen. Dies kommt auch in der arabischen Mythologie vor, in der vom Mondzyklus die Perlen in die Auster kommen und für Schönheit und Reinheit stehen. Sie bringen also Glück und Liebe. Ihre Tränen-Bedeutung betrifft die Entstehung der Perlen, nicht aber ihre Wirkung. Offensichtlich wurde das in den vergangenen Jahrhunderten fälschlicherweise anders interpretiert.